Die Geschichte von Karen

Die Geschichte von Karen

Die Geschichte von Karen 1200 630 Untire

Mit großem Dank an Karen, dass sie ihre Geschichte erzählen möchte.

„2018 habe ich eine Standardmammographie machen lassen. Darauf waren bösartige Zellen zu sehen. Diese Zellen befanden sich unter dem Brustmuskel. Das erschwerte eine herkömmliche Biopsie. Der Arzt unterbreitete mir zwei Möglichkeiten: Warte ein Jahr lang ab und komm dann erneut zur Mammographie oder entscheide Dich für einen invasiven Eingriff, mit dem der Krebs entfernt wird. Dann würde jedoch ein Loch zurückbleiben.

Da bereits bei fünf Familienmitgliedern zwischen 32 und 64 Jahren Krebs diagnostiziert wurde, wusste ich, dass ich mich vor allem auch zu meiner eigenen Beruhigung für die Operation entscheiden würde.

Die Krebsdiagnose wurde mir erst wirklich bewusst als die Bestrahlungen anfingen. Nach meiner ersten Behandlung stellte sich auch heraus, wie hoch die emotionale Belastung war. Erst in dem Moment wurde mir der Ernst der Sache klar.

Nach der dritten Behandlungswoche schlug die Müdigkeit richtig zu. Das ist mit normaler Müdigkeit nicht zu vergleichen. Das Gehirn arbeitet langsamer und der Körper hat überhaupt kein Interesse irgendetwas zu unternehmen. Das Gefühl verschwindet auch nicht, wenn man auf der Bank liegt und fernsieht. Tumorbedingte Fatigue fühlt sich wie Gefangenschaft im Nebel an – egal, wie viel man schläft oder sich ausruht. Es hört einfach nicht auf.

Die Anpassung ist mir schwergefallen, weil ich normalerweise ein ausgesprochen aktiver Mensch bin. Früher war ich Stuhlschiedsrichterin und begeisterte Reiterin. Nicht alles, was ich früher konnte, ist mir heute noch möglich. Das ist schon ziemlich schwierig für mich.

Die meisten Menschen scheinen zu denken, dass man nach der Bestrahlung fröhlich weiterlebt als wäre nichts geschehen. Dem ist nicht so. Ich bin noch immer in Behandlung, ich nehme Tamoxifen, ich passe meine Schlaf- und Essgewohnheiten an und versuche, mich mit der neuen Wirklichkeit zu arrangieren.

Seit ich die Untire App downgeloadet habe, ist sie eine Art Bibel für mich. Die Untire App war immer da, wenn ich sie brauchte. Ich nutze sie jeden Morgen nach dem Aufstehen. Sie bietet mir jeden Tag neue Anknüpfungspunkte.

Das Schwierigste an der Krebserkrankung ist das Akzeptieren der neuen Wirklichkeit. Aber man hat letztendlich keine andere Wahl. Man lebt nur ein Mal.“