TF – die richtige Balance hilft

TF – die richtige Balance hilft

TF – die richtige Balance hilft 4584 3056 Untire

Mit großem Dank an Rebecca ter Mors, dass sie ihre Geschichte erzählen möchte.

Rebecca ter Mors ist eine 26-jährige ehemalige Krebspatienten aus Utrecht. Sie hat die Super Youth Foundation gegründet. Ihre Mission: Jungen (ehemaligen) Krebspatienten in den Niederlanden positive Erfahrungen bieten. Derzeit arbeitet sie als freie Schauspielerin und Model in ihrem eigenen Unternehmen Rebecca ter Mors.

Als ich 11 Jahre alt war, entdeckten Ärzte einen Hirntumor in meinem Hinterkopf. 90 % des Tumors wurde operativ entfernt. Leider kam die Krankheit zurück. Es brauchte eine Reihe von Bestrahlungen, um den Tumor kleiner werden zu lassen. Jetzt sind nur noch zwei kleine Streifen zu sehen. Ich habe als Kind Krebs überlebt und lebe nun seit 15 Jahren mit den Folgen meiner Behandlung. Chronische Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken bestimmen meinen Alltag. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber die Folgen sind immer da. Ich musste lernen, damit zu leben und die richtige Balance zu finden.

Das funktioniert einigermaßen gut. Aber wenn es zu großen Veränderungen in meinem Leben kommt, muss ich auch immer wieder nach einer neuen Balance suchen. Das ist nicht immer ganz einfach. Im Januar habe ich meine freiberufliche Arbeit wieder aufgenommen, nachdem ich neun Monate lang eine feste Stelle hatte. Das war schon heftig und eine ziemliche Veränderung meiner täglichen Routine. Aber auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Ich habe festgestellt, dass das selbständige Arbeiten besser zu mir passt. Ich habe viel mehr Freiheit, meine Arbeit so einzuteilen, dass ich sie auch schaffen kann.

Diese neue Balance zwischen Arbeit und Privatleben bietet mir mehr Ruhe und die Möglichkeit, im Hier und Jetzt zu leben. Ich kann mich ohne Druck in meinem eigenen Tempo entwickeln und selbst entscheiden, welche Aufträge ich annehme und welche nicht. Durch die Freiheit, selbst über meine Arbeit entscheiden zu können, habe ich mich besser gefühlt.

Vor ein paar Tagen bin ich zum ersten Mal seit langer Zeit abends wieder ausgegangen. Ich wollte zunächst gar nicht, weil ich normalerweise nach so einem Abend zwei Tage brauchte, um wieder auf die Beine zu kommen. Es war die Einweihungsparty einer Freundin. Ich musste hin, auch wenn es nur für eine Stunde war. Aber es ist ein wunderbarer Abend geworden. Ich bin viel länger geblieben als geplant und habe wirklich viel Spaß gehabt. Es fühlte sich richtig gut an, wieder am sozialen Leben teilzunehmen, neue Menschen kennenzulernen und genug Energie für Gespräche zu haben.

Es war ein schöner Abend und ich habe erst spät im Bett gelegen. Das war aber nicht weiter schlimm. Mein Körper konnte damit umgehen. Am nächsten Morgen bin ich fröhlich wieder aufgestanden. Ich habe mich nicht antriebslos gefühlt und musste nicht einen Tag lang ausruhen. Meine Entscheidungen in der letzten Zeit haben sich scheinbar bezahlt gemacht. Ich habe mich für mich selbst und die Dinge entschieden, die mir guttun.

Kürzlich habe ich die Untire App gefunden. Eine Selbsthilfe-App für (ehemalige) Krebspatienten mit tumorbedingter Fatigue. Eins der besprochenen Themen dreht sich um das Setzen von Grenzen. Angesichts meines neuen Arbeitsschemas und der Fähigkeit mit dem sozialen Leben umzugehen, fand ich diese Informationen sehr wertvoll. Die täglichen Tipps der Untire App haben mir wirklich geholfen. Ich finde es toll, dass die App sich an die Person selbst richtet und dabei hilft, die eigene Balance und den eigenen Weg im Leben zu finden. Das gibt mir die Kraft auf meinem eigenen Weg zu bleiben.

Grenzen zu setzen, hat mich am Anfang viel Mühe gekostet. Ich wollte eigentlich mit dem Strom mitschwimmen. Aber mit den richtigen Wegbegleitern klappt es jetzt viel besser. Ich habe mir selbst versprochen, täglich nur zwei verschiedene Dinge zu tun. Außerdem habe ich aufgehört, auf Menschen einzureden, die mich doch nicht verstehen. Es gibt immer wieder Leute, die nicht begreifen können oder wollen, was es heißt, an tumorbedingter Fatigue zu leiden. Du kannst mir glauben, dass das eine Menge Energie spart, die ich jetzt in wichtigere Dinge stecken kann.

Rebecca ter Mors

rebeccatermors.com

 

 

(Photos by Yvonne Janssen)